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Pascal MichelandClaude Opus 5 3230cb69d4 Automatischer Push: 9 Datei(en) geändert
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Co-Authored-By: Claude Opus 5 <[email protected]>
2026-10-10 04:00:01 +02:00

47 KiB

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resource reference API-Mechanik für eigene Claude-Integrationen Die modellübergreifenden Detailseiten der Anthropic-Doku — Preserved Thinking, Effort, Compaction, Task Budgets, Fast Mode, Thinking, Mid-Conversation-System-Nachrichten, Context Editing, Ablehnungen und Fallback. Gilt für Code-Projekte gegen die Messages API, nicht für die Claude-Code-Sitzung selbst.
regelwerk
modelle
api
prompting
2026-09-05 2026-10-09

API-Mechanik für eigene Claude-Integrationen

Geltungsbereich. Diese Datei gilt, sobald in einem Code-Projekt Code gegen die Claude Messages API entsteht — ein eigener Agent, ein Harness, ein Werkzeug, das messages selbst baut. Für die Claude-Code-Sitzung selbst gilt sie nicht: Claude Code, claude.ai, Managed Agents und das Agent SDK erledigen alles hier Beschriebene von sich aus. Verbindlich für Fable 5.1 als Koordinator eines solchen Projekts; die Modelle selbst und die Executer entscheiden, ob sie einen Punkt übernehmen. Angeordnet am 2026-09-05. Neun Quellen, alle abgerufen am 2026-09-05: „Preserved thinking", „Effort", „Compaction", „Task budgets", „Fast mode", „Thinking", „Mid-conversation system messages", „Context editing", „Refusals and fallback". Compaction und Context Editing kamen nur als Zusammenfassung zurück, nicht als Volltext. Aussagen stammen aus der Doku, nicht aus eigener Messung.

Wozu diese Datei

Die drei Modell-Dateien (AI/Regelwerk/fable-5-1, AI/Regelwerk/opus-5, AI/Regelwerk/sonnet-5) nennen an vielen Stellen dieselben Mechanismen. Damit die Regel an einer Stelle steht, sind sie hier gesammelt: Abschnitte 1 bis 5 die fünf Kernseiten, 6 bis 9 die Nachbarseiten dazu. Wer eine Modell-Datei liest und auf „Preserved Thinking", „Task Budget" oder „Fallback" stößt, findet hier die vollständige Fassung.

1 Preserved Thinking

Eine Eigenschaft neuerer Modelle, die laut Doku gegen Destillation schützt. Ab Fable 5.1 prüft die API bei jedem zurückgesendeten thinking- oder redacted_thinking-Block zwei Dinge an der signature:

  1. Das Modell hat den Block erzeugt, oder ein neueres. Ein Modell liest eigene Blöcke und die älterer Modelle. Kann das aktuelle Modell einen Block nicht lesen, wirft die API ihn ohne Fehler weg. Gilt für jedes Konto.
  2. Nichts vor dem Block hat sich geändert. Präfix sind der system-Prompt, tools und alle messages davor. Weicht das ab, sind der Block und jeder spätere Thinking-Block ungültig — 400 oder Verwerfen, je nach Einstellung. Erzwungen für Konten ab 31.08.2026 00:00 UTC; ältere Konten nur, wenn die Anfrage prefix_mismatch_behavior setzt. Spätere Modelle erzwingen es für alle.

Modellwechsel im Gespräch

Aufwärts (auf Fable 5.1) bleibt das Reasoning erhalten. Abwärts (Router, Klassifikator-Fallback, serverseitiger Fallback) gehen Fable-5.1-Blöcke für diese Anfrage verloren — die API entfernt sie vor dem Modell, unbepreist, ohne input_tokens. Trotzdem den vollen Verlauf mitsenden: Die API ändert messages nie, die Blöcke bleiben im eigenen Verlauf und sind wieder lesbar, sobald derselbe Verlauf zu Fable 5.1 zurückgeht. Verloren ist das Reasoning nur, wenn der eigene Client die Blöcke entfernt. Mit Header thinking-binding-controls-2026-08-01 meldet input_transformations jeden Wegfall mit reason: "model_binding_mismatch"; ohne Header still. Das ist kein Fehler im eigenen Code, und prefix_mismatch_behavior hat darauf keinen Einfluss.

Was zum Präfix gehört und was nicht

Mit serverseitiger Compaction beginnt das geprüfte Präfix beim jüngsten Compaction-Block. Nicht Teil des Präfixes: effort, max_tokens, output_config, tool_choice, metadata, cache_control-Marker. Frühere Thinking-Blöcke sind nicht im Präfix, aber jeder Block merkt sich seinen Vorgänger — Entfernen von vorn (älteste zuerst) geht, Entfernen aus der Mitte macht alles danach ungültig.

Änderung zwischen zwei Anfragen Spätere Thinking-Blöcke
Nachrichten am Ende anhängen gültig
Werkzeug mit defer_loading: true hinzufügen, das noch nichts referenziert gültig
Thinking-Blöcke am Anfang entfernen gültig
Parameter außerhalb system/tools/messages ändern gültig
cache_control hinzufügen, verschieben, entfernen gültig
Rotierender signierter URL mit gleichen Bytes gültig
Serverseitige Compaction oder Context Editing gültig (geprüft wird, was man gesendet hat)
Gelöschte rundenbezogene System-Nachricht, die stehen bleibt gültig
Frühere user-, assistant- oder system-Nachricht bearbeiten, umsortieren, löschen ungültig
Textblock in frühere Nutzerrunde einfügen oder den vom letzten Mal entfernen ungültig
system ändern ungültig
Werkzeug in tools hinzufügen, entfernen, umbenennen, bearbeiten ungültig
Thinking-Block aus der Mitte entfernen, spätere behalten ungültig für alle danach
Bild- oder Dokument-URL, der andere Bytes liefert ungültig
Rundenbezogene Nachricht später gelöscht oder umformuliert ungültig

Was die API mit einem ungültigen Block tut

thinking.block_binding.prefix_mismatch_behavior, Header thinking-binding-controls-2026-08-01:

  • "error" (Standard): 400 invalid_request_error, der den ersten fehlerhaften Block nennt. Die Meldung beginnt mit „Invalid signature in thinking block. The block is bound to a different conversation." und endet meist mit dem Satz, was sich geändert hat.
  • "drop_block": Jeder fehlerhafte Block und alle Thinking-Blöcke danach fallen weg, die Anfrage gelingt, nichts wird berechnet, der Cache startet an der Änderung neu. input_transformations (beim Streaming im message_start-Event) listet jeden Block mit reason: "prefix_binding_mismatch".

In Produktion auf den 400 gestoßen: dieselbe Anfrage schlägt immer wieder fehl. Entweder mit Header und drop_block wiederholen und das für den Rest der Sitzung beibehalten, oder alle thinking- und redacted_thinking-Blöcke selbst streichen und einmal wiederholen. Dann die Änderung beheben, die es ausgelöst hat. In der Message Batches API verwirft ein Element ohne gesetztes Feld fehlerhafte Blöcke statt zu scheitern — dort "error" explizit setzen, wenn Elemente scheitern sollen. Eine manipulierte oder unentschlüsselbare Signatur ist ein anderer Fehler: immer 400, ohne Satz über das Gespräch, unabhängig von der Einstellung.

Der Token-Zähl-Endpunkt führt dieselbe Prüfung aus. Unbekannte type- oder reason-Werte in input_transformations ignorieren — spätere Prüfungen fügen welche hinzu. block_binding wird bei adaptive und enabled akzeptiert; Modelle ohne Präfix-Prüfung nehmen das Objekt an und melden nur Modell-Wegfälle, also funktioniert ein Anfragekörper über alle Modelle.

Die eigene Integration prüfen

Erst diffen: Anfragekörper über einige Runden mitschneiden (samt Compaction oder Werkzeugänderung, falls vorhanden), je Paar aufeinanderfolgender Anfragen system, tools und die gemeinsamen messages vergleichen — byte-identisch bis auf die angehängten Runden. Dann gegen die API: Header setzen, drop_block, normale Mehrrundensitzung auf claude-fable-5-1, input_transformations je Antwort loggen. Leer auf jeder Runde heißt intakt. In CI stattdessen "error" und den 400 als Testfehler behandeln. Wer ein Werkzeug baut, das andere mit eigenem Key betreiben: die eigenen Nutzer auf neuen Konten treffen die Prüfung zuerst — mit gesetztem Feld testen.

Änderungen ohne Präfix-Bearbeitung

Statt Nehmen Beta-Header
system neu bauen Mid-Conversation-System-Nachricht keiner
Erinnerung einfügen und nächstes Mal löschen rundenbezogene System-Nachricht (clear_at: "next_user_message") mid-conversation-system-clear-at-2026-08-21
Einträge in tools ändern tool_addition- / tool_removal-Blöcke mid-conversation-tool-changes-2026-07-01
Top-Level output_config.effort ändern (startet Cache neu, Thinking bleibt) output_config je Nachricht mid-conversation-output-config-2026-07-01
Alte Runden auf dem Client kürzen oder zusammenfassen serverseitige Compaction oder Context Editing, oder Client-Compaction ohne altes Thinking compact-2026-01-12 oder context-management-2025-06-27
Bild-/Dokument-URL mit wechselnden Bytes file_id aus der Files API, oder base64 keiner

Mehrere Betas in einem Header kommagetrennt kombinieren. Alles setzt voraus, dass Assistentenrunden exakt wie erhalten zurückgehen: das content-Array jeder Antwort unverändert, jeder Blocktyp in Empfangsreihenfolge, auch thinking-Blöcke mit leerem Feld. Ein Serializer, der unbekannte Blocktypen oder leere Felder wegwirft oder umsortiert, bearbeitet das Präfix jeder späteren Runde.

Anweisungen nachreichen. Manche Harnesses bauen system je Anfrage neu — für Uhrzeit, Tokenbudget, Modus-Flag, neu entdeckten Projektkontext. Stattdessen system zu Sitzungsbeginn einfrieren und eine role: "system"-Nachricht dort in messages anhängen, wo die Änderung gilt. In einer Tool-Schleife nach der tool_result-Nutzernachricht, nie zwischen tool_use und tool_result. Einmal gesendet, gehört sie zum Präfix — stehen lassen.

Erinnerungen je Runde. Die häufigste Präfix-Bearbeitung ist der Runden-Hinweis („request independent reads together"). Als rundenbezogene System-Nachricht nach der tool_result-Nachricht senden. Eine Nutzernachricht, die nur tool_result-Blöcke enthält, zählt als „nächste Nutzernachricht" — die vorherige Kopie ist damit gelöscht, kostet nichts, bleibt aber im Array, damit das Thinking danach gültig bleibt. Auf späteren Anfragen alle Kopien stehen lassen und eine frische anhängen.

Werkzeuge. Alle Werkzeuge, die die Sitzung je braucht, beim ersten Aufruf in tools deklarieren und das Array nie ändern. Zum Entziehen tool_removal, zum Freigeben tool_addition — Werkzeuge für später mit defer_loading: true deklarieren. Ein Werkzeug, dessen Schema erst zur Laufzeit bekannt wird (MCP-Server), mit defer_loading: true an tools anhängen und per tool_addition anbieten — die Präfix-Prüfung ignoriert ein aufgeschobenes Werkzeug, bis ein tool_addition-Block es referenziert. Ohne defer_loading ändert das Anhängen das Präfix.

Kontext auf dem Server kürzen. Compaction fasst ältere Runden in einen Compaction-Block, ab dem das geprüfte Präfix neu beginnt; instructions nimmt einen eigenen Zusammenfassungs-Prompt. Context Editing löscht alte Werkzeugergebnisse oder alte Thinking-Blöcke nach Regel, älteste zuerst — Strategien clear_tool_uses_20250919 und clear_thinking_20251015.

Auf dem Client kompaktieren. Die drei Formen stehen in AI/Regelwerk/fable-5-1 C4 (einfach, Keep-Tail, Hintergrund). Zusätzlich aus dieser Seite: nie mitten in einer Werkzeugrunde kompaktieren, also nicht zwischen tool_use und dem zugehörigen tool_result — die Assistentenrunde mit intaktem Thinking zurücksenden, damit das Modell die Runde mit seinem Reasoning abschließt.

Fragen, die die Doku beantwortet

  • Eine Werkzeugbeschreibung geändert — Gespräch unbrauchbar? Nein. Nur das Thinking nach der Änderung fällt, und man wählt, was damit passiert.
  • Effort oder Thinking-Einstellung ändern? Kein Präfix. Top-Level-Effort startet aber den Cache neu.
  • Anweisungsdateien wie CLAUDE.md, die sich mitten in der Sitzung ändern? Einmal zu Beginn laden, system und tools fixieren. Ändert sich die Datei, die neue Fassung an der Stelle in messages anhängen — als System-Nachricht, wenn sie vom Betreiber kommt; als Nutzerrunde, wenn der Text nicht vertrauenswürdig ist und keine System-Autorität tragen soll.
  • Gespeicherte Sitzung später fortsetzen? Ja, als gewöhnliche Folgeanfrage: system, tools und messages byte-genau wie zuletzt gesendet. Nicht aus Eingaben neu rendern, die sich geändert haben könnten — Datum, aktualisierte Anweisungsdatei, neue Werkzeugversion. Alles Neue kommt als angehängte Nachricht.
  • Runde an ein Nicht-Claude-Modell geroutet? Macht früheres Thinking nicht ungültig, sofern angehängt und nichts davor geändert — Ausgabe als text und tool_use senden.
  • Reasoning in ein neues Gespräch mitnehmen? Geht nicht. Ein Zweig, der die Historie bis zur Gabelung unverändert wiederholt, behält sein Thinking; alles andere startet aus einer Zusammenfassung des Aufgabenstands.

2 Effort

output_config.effort, kein Beta-Header, auf allen aktuellen Modellen ab Opus 4.5 und Sonnet 4.6. ZDR-berechtigt außer bei Covered Models. Standard high; high explizit setzen ist identisch mit Weglassen. Effort wirkt auf alle Ausgabetokens — Text, Werkzeugaufrufe und -argumente, Thinking — und funktioniert deshalb mit und ohne Thinking. Effort ist ein Verhaltenssignal, kein striktes Tokenbudget: bei niedrigem Effort denkt das Modell bei schwierigen Problemen weiterhin, nur weniger. adaptive ist kein Effort-Wert, sondern ein Thinking-Modus.

Stufe Bedeutung Typischer Einsatz
max Maximale Fähigkeit ohne Tokengrenze tiefstes Schließen, gründlichste Analyse
xhigh Erweiterte Fähigkeit für lange Arbeit agentische und Coding-Aufgaben über 30 Minuten mit Millionen-Tokenbudgets
high Standard komplexes Schließen, schwierige Coding-Probleme, agentische Aufgaben
medium Ausgewogen, moderate Ersparnis agentische Aufgaben mit Balance aus Tempo, Kosten, Leistung
low Effizientest, mit Fähigkeitsabstrich einfache Aufgaben, die Tempo und niedrige Kosten brauchen — etwa Subagenten

Nicht jedes Modell mit max hat auch xhigh. Die Modellempfehlungen (Fable 5.1: fable-5-1.md Abschnitt 1; Opus 5: opus-5.md Abschnitt 1; Sonnet 5: sonnet-5.md Abschnitt 2) gehen dieser Tabelle vor. Kurz die Abweichungen: Opus 4.7 und 4.8 starten laut Doku bei xhigh für Coding, Sonnet 4.6 empfiehlt medium als Standard, Opus 5 und Sonnet 5 starten bei high.

Effort mit Werkzeugen. Niedrig: mehrere Operationen in wenige Aufrufe bündeln, weniger Aufrufe, direkt handeln ohne Vorrede, knappe Bestätigung. Hoch: mehr Aufrufe, Plan vor dem Handeln erklären, ausführliche Zusammenfassung, mehr Codekommentare. Das ist der Grund, warum die Doku low für Subagenten nennt — und warum unsere Rollentabelle das Modell wechselt statt den Effort: gemessen ist bei uns der Modellwechsel, nicht der Effort-Wechsel.

Effort und Thinking. thinking sagt, ob gedacht wird; effort sagt, wie viel Arbeit in die ganze Antwort geht, im adaptiven Modus also auch wie oft und wie tief gedacht wird. Bei Opus 4.5, dem einzigen Extended-Thinking-Modell mit Effort, wirken beide nebeneinander mit budget_tokens.

Effort mitten im Gespräch. Auf Fable 5.1, Mythos 5.1 und Opus 5 per Nachricht: role: "system", leeres content, output_config.effort, Header mid-conversation-output-config-2026-07-01. Gilt ab der nächsten Nutzerrunde bis zur nächsten Änderung; Cache bleibt. Andere Modelle (auch Fable 5) liefern 400 „output_config.effort requires a model that supports per-turn effort". Eine Effort-Nachricht ohne Text unterliegt nicht den Platzierungsregeln für System-Nachrichten und darf überall stehen. Auf Fable 5.1 diese Form bevorzugen: Ein Top-Level-Wechsel startet nicht nur den Cache neu, er steuert auch schlechter — frühere Antworten entstanden auf der alten Stufe, und das Modell bleibt ihnen treu. Bei Modellen ohne Nachricht-Effort: eine Stufe zu Beginn wählen und halten, wenn der Cache zählt.

Fünf Faustregeln der Doku: explizit setzen; low für tempokritische oder einfache Aufgaben; am eigenen Fall messen; dynamisch je Aufgabenkomplexität; Top-Level-Effort innerhalb gecachter Gespräche konstant halten.

3 Compaction (serverseitig, Beta)

Header compact-2026-01-12, ZDR-berechtigt außer Covered Models, auf allen aktuellen Modellen ab Opus 4.6 und Sonnet 4.6, auf allen Plattformen in Beta. Wenn die Eingabetokens eine Schwelle erreichen, fasst Claude das Gespräch zusammen, die API legt einen compaction-Block an und setzt mit dem kompaktierten Kontext fort. Bei späteren Anfragen verwirft die API alles vor dem Compaction-Block — man hängt die Antwort samt Block wie gewohnt an.

Aufruf über context_management: {"edits": [{"type": "compact_20260112", ...}]} mit:

Parameter Standard Bedeutung
trigger {"type": "input_tokens", "value": 150000} Auslöser; nur input_tokens; Minimum 50.000
pause_after_compaction false nach der Zusammenfassung anhalten, stop_reason: "compaction"
instructions leer eigener Zusammenfassungs-Prompt, ersetzt den Standard vollständig

Der Standard-Prompt variiert je Modell; die Doku zeigt als Beispiel eine Anweisung, eine Zusammenfassung für die Fortsetzung in <summary></summary> zu schreiben, mit Stand, nächsten Schritten und Gelerntem. Die ausführlichere Fassung mit sechs Pflichtpunkten steht in fable-5-1.md Abschnitt 9. Bei Fable 5.1 und Mythos 5.1 gehen Thinking-Blöcke vor einem Compaction-Block nicht weiter — eigene instructions müssen sagen, was die Zusammenfassung bewahren muss.

Was man sonst wissen muss: Mit pause_after_compaction lässt sich ein Gesamtbudget durchsetzen (Kompaktierungen zählen, ab Schwelle zum Abschluss auffordern) oder ein Keep-Tail bauen (Compaction-Block als Assistentenrunde plus die letzten Nachrichten). Der Block streamt als ein einziges content_block_delta mit der ganzen Zusammenfassung, nicht schrittweise. Compaction arbeitet mit Prompt Caching; ein cache_control auf dem System-Prompt hält ihn über mehrere Kompaktierungen im Cache. Kosten: Compaction ist ein zusätzlicher Sampling-Schritt; usage.iterations listet jeden Schritt, und die Top-Level-input_tokens/output_tokens enthalten die Compaction-Iteration nicht — für die Abrechnung alle Einträge addieren. Mit Server-Tools wird der Auslöser zu Beginn jeder Sampling-Iteration geprüft, Compaction kann mehrfach je Anfrage auftreten. Der Token-Zähl-Endpunkt wendet vorhandene Blöcke an, löst aber keine neuen aus, und liefert context_management.original_input_tokens.

4 Task Budgets (Beta)

Header task-budgets-2026-03-13. Unterstützt: Fable 5.1, Mythos 5.1, Fable 5, Mythos 5, Opus 5, Opus 4.8, Opus 4.7, laut Seite vom 2026-10-09 auch Opus 5.5, Sonnet 5.5 und Haiku 5.5 (Beta). Nicht unterstützt: Sonnet 5, Opus 4.6, Sonnet 4.6, Haiku 4.5. Nicht in Claude Code und nicht in Cowork — nur direkt über die Messages API.

output_config.task_budget: {"type": "tokens", "total": N, "remaining": M} sagt dem Modell, wie viele Tokens es für eine ganze agentische Schleife hat — Thinking, Werkzeugaufrufe, Werkzeugergebnisse, Ausgabe. Das Modell sieht einen serverseitig eingefügten Countdown und priorisiert danach. Der Countdown ist nur für das Modell sichtbar: Die Antwort enthält kein Restbudget, usage hat kein Feld dafür. Minimum 20.000 Tokens, darunter 400.

Was zählt. Eine agentische Runde ist alles, was Claude auf eine Nutzernachricht ohne Werkzeugergebnisse tut — sie kann mehrere Anfragen umfassen. Eine Nutzernachricht ohne tool_result startet eine neue Runde mit frischem Budget; eine mit tool_result setzt die Runde fort, auch wenn sie neuen Text mitbringt. Gezählt wird, was Claude sieht und erzeugt, nicht die Nutzlast: die bei jeder Anfrage erneut gesendete Historie zählt nicht nochmal, neue Werkzeugergebnisse und neu erzeugte Tokens schon. Serverseitige Compaction während einer Runde setzt das Budget nicht zurück; Tokens von vor Rundenbeginn zählen nicht, auch wenn eine Compaction am Rundenanfang sie zusammenfasst. Frühere Runden zählen heute noch mit, solange sie im Kontext bleiben.

Wer den Verlauf selbst umschreibt (Client-Compaction), gibt remaining mit — die verbrauchten Tokens der entfernten Nachrichten abgezogen, ohne das, was noch gesendet wird (auch die eigene Zusammenfassung nicht). Nur beim Ersetzen des Verlaufs anpassen, nie je Anfrage dekrementieren, und auf jeder Anfrage mitsenden. Wer den vollen Verlauf sendet, lässt remaining weg. Warnung der Doku: Wer remaining bei vollem Verlauf mitdekrementiert, meldet dem Modell ein zu kleines Budget, und es hört früher auf als nötig. Großzügig bemessen und das Modell selbst regeln lassen.

Beratend, nicht erzwungen. Das Modell kann das Budget überschreiten, wenn ein Abbruch mitten in einer Aktion schlimmer wäre. Der harte Deckel bleibt max_tokens je Anfrage; beide Werte sind unabhängig, keiner muss unter dem anderen liegen. Ein zu kleines Budget wirkt wie eine Ablehnung: Bei einem offensichtlich unzureichenden Budget (20.000 für eine mehrstündige Coding-Aufgabe) lehnt das Modell ab, verkleinert aggressiv oder hört mit Teilergebnis auf. Bei unerwarteten Ablehnungen nach Setzen eines Budgets erst das Budget erhöhen, dann andere Parameter suchen.

Budget wählen. Erst ohne Budget eine repräsentative Stichprobe fahren und je Aufgabe usage.output_tokens über alle Anfragen plus die angehängten Werkzeugergebnisse summieren. Mit dem p99 der Verteilung anfangen, dann hoch oder runter testen. Effort steuert die Tiefe je Schritt, das Budget die Breite über die Schleife. Thinking-Tokens zählen mit, adaptives Thinking schrumpft also mit dem Budget. Cache: Der Countdown-Marker wird serverseitig je Anfrage eingefügt und passt nie zwischen Anfragen; wer remaining je Anfrage ändert, macht jeden Cache-Präfix mit dem Wert ungültig — Budget einmal setzen. Ein geändertes task_budget ist Teil des gerenderten Prompts und trifft keine Cache-Einträge des alten Werts.

Task Budgets sind das Werkzeug, mit dem die Doku „Finish the whole task" (fable-5-1.md Abschnitt 8) und die Budgetfrage aus AI/Regelwerk/codeworkflow („Fortsetzen oder frisch starten") auf der API-Seite beantwortet — für uns aber nur in eigenen Harnesses, weil Claude Code sie nicht kennt.

5 Fast Mode (Research Preview)

Bis zu 2,5-fache Ausgabetokens je Sekunde von Opus 5 und Opus 4.8, sonst kein Modell. speed: "fast" mit Header fast-mode-2026-02-01. Zugang über den Account-Manager oder die Warteliste. Nur auf der Claude API einschließlich Managed Agents — nicht auf Bedrock, AWS-Plattform, Google Cloud, Foundry. Opus 4.7 liefert mit speed: "fast" einen Fehler; Opus 4.6 läuft still mit Normalgeschwindigkeit zum Normalpreis und meldet usage.speed: "standard".

Gleiche Gewichte, gleiches Verhalten, gleiche Intelligenz — nur eine schnellere Inferenzkonfiguration. Der Gewinn liegt bei Ausgabetokens je Sekunde, nicht bei der Zeit bis zum ersten Token; sichtbar vor allem beim Streaming.

Preis: 10 Eingabe, 50 Ausgabe je Million Tokens für Opus 5 und 4.8 — das Doppelte des Normalpreises, über das ganze Kontextfenster auch jenseits 200k. Caching- und Datenresidenz-Multiplikatoren kommen obendrauf. Eigenes Rate Limit getrennt vom normalen Opus-Limit, mit eigenen Antwortheadern (anthropic-fast-input-tokens-limit usw.); bei Überschreitung 429 mit retry-after, SDKs wiederholen standardmäßig zweimal. usage.speed zeigt, welche Geschwindigkeit tatsächlich lief. Wer bei Limit lieber auf Normalgeschwindigkeit zurückfällt: max_retries auf 0, den 429 fangen, ohne speed wiederholen — und für andere transiente Fehler die Wiederholung selbst nachbauen. Wechsel zwischen fast und standard ist ein Cache-Miss — die Präfixe werden nicht geteilt. Nicht mit Batch API, nicht mit Priority Tier, nicht auf Claude Platform on AWS.

In Claude Code ist das der /fast-Schalter auf Opus; für den Vault zählt vor allem der Preis.

6 Thinking

Die Grundseite, auf der Preserved Thinking (Abschnitt 1) und Effort (Abschnitt 2) aufsetzen. Thinking-Tokens werden als Ausgabe berechnet, auch wenn der Text nicht zurückkommt, und zählen gegen max_tokens.

Konfiguration je Modell. Bei Opus 5, Sonnet 5, Fable 5.1, Mythos 5.1, Fable 5, Mythos 5 ist Thinking an und display steht auf omitted; sichtbar machen mit thinking: {"type": "adaptive", "display": "summarized"}. Bei Opus 4.8, 4.7, 4.6 und Sonnet 4.6 ist Thinking aus, bis man adaptive setzt. Abschalten: Sonnet 5 immer, Opus 5 bis Effort high, Fable und Mythos nie. Ältere Modelle nur mit enabled und budget_tokens. Jede 400-Meldung hat auf der Seite „Thinking troubleshooting" ihre Erklärung — nicht abgerufen.

display. Drei Werte: summarized (lesbare Zusammenfassung; Standard bis Opus 4.6 und Sonnet 4.6), omitted (leeres thinking-Feld, signature trägt das verschlüsselte Volle; Standard ab Opus 4.7 und auf allen 5er-Modellen), updates (Beta, Header thinking-display-updates-2026-08-18; Reasoning leer, Fortschrittsmeldungen als Text). omitted spart keine Kosten, nur Latenz: Beim Streaming beginnt der Text früher, weil keine Thinking-Deltas gestreamt werden. Text im leeren Feld eines zurückgesendeten Blocks wird ignoriert. display ist mit disabled ungültig. Die Signatur ist bei jedem display-Wert identisch, Wechsel zwischen Runden erlaubt. Ruby-SDK: typisierte Klasse nennt das Feld display_.

Zusammengefasstes Thinking. Nie die rohe Gedankenkette. Berechnet werden die vollen Thinking-Tokens, nicht die der Zusammenfassung — die Rechnung stimmt also nie mit dem Sichtbaren überein. Die Zusammenfassung macht ein anderes Modell; das denkende Modell sieht sie nicht. Für den Vault: Wer bei Fable 5.1 oder Fable 5 im Prompt verlangt, das interne Reasoning im Antworttext wiederzugeben, kann eine Ablehnung stop_details.category: "reasoning_extraction" bekommen. „Begründe deinen Befund" ist etwas anderes als „gib deine Gedankenkette wieder" — Prüfaufträge bleiben beim Ersten.

Streaming. thinking_delta-Events, dann ein signature_delta vor content_block_stop, dann Text. Zum Zusammensetzen die SDK-Helfer (get_final_message, finalMessage) nehmen, nicht selbst konkatenieren. Unter updates kommt vor einer Fortschrittsmeldung eine Pause von mehreren Sekunden; ein Block gilt als Fortschrittsmeldung, sobald ein Delta nicht-leeren Text trägt. „Klumpige" Auslieferung (große Stücke im Wechsel mit Token-für-Token) ist normal.

Thinking mit Werkzeugen. Manuelles Extended Thinking erlaubt nur tool_choice auto und none; adaptives Thinking erlaubt erzwungene Werkzeugwahl, außer auf Fable 5.1 und Mythos 5.1. Eine Tool-Schleife ist eine Assistentenrunde — der ganze Ablauf läuft in einem Thinking-Modus, umschalten mitten in der Runde geht nicht. Ein Wechsel mitten in der Runde gibt keinen Fehler, sondern schaltet Thinking für die Anfrage still ab; ob es aktiv war, sieht man nur an vorhandenen Thinking-Blöcken. Umschalten also zwischen Runden, und jeder Wechsel kostet den Cache.

Thinking-Blöcke zurückgeben. Pflicht innerhalb einer Werkzeugrunde, empfohlen über Runden hinweg, erlaubt wegzulassen außerhalb von Werkzeugnutzung. Man muss altes Thinking nicht selbst ausdünnen — die API filtert je Modell (Abschnitt „Bewahrung je Modell") und berechnet nur, was dem Modell gezeigt wird. Innerhalb der letzten Assistentennachricht muss die Folge aufeinanderfolgender Thinking-Blöcke exakt der erzeugten entsprechen; das schließt redacted_thinking ein. Fallstrick: Wer beim Zurückspielen nach block.type == "thinking" filtert, wirft redacted_thinking-Blöcke still weg und bricht das Protokoll. redacted_thinking ist ein eigener Blocktyp für sicherheitsredigiertes Reasoning mit opakem data-Feld — nicht zu verwechseln mit omitted.

Interleaved Thinking (Denken zwischen Werkzeugaufrufen) ist bei adaptivem Thinking automatisch, ohne Header. Auf Fable 5.1, Mythos 5.1, Fable 5, Mythos 5, Opus 5, Opus 4.8, 4.7 erscheint Reasoning zwischen Aufrufen immer als Thinking-Block. Haiku 4.5 unterstützt kein Interleaved Thinking. Aufeinanderfolgende Werkzeugaufrufe brauchen es nicht — es ändert, wo Thinking-Blöcke erscheinen, nicht ob Aufrufe verkettet werden.

Fortschrittsmeldungen (Fable 5.1, Mythos 5.1, Fable 5): ein bis zwei Sätze für den Zuschauer, je als eigener Thinking-Block mit eigener Signatur direkt vor dem tool_use, höchstens einer je Aufruf, jeder überspringbar. Sie sind kein Interleaved Thinking und können neben Reasoning-Blöcken stehen. Zurückgeben wie jeden Thinking-Block. Der Text ist eine Zusammenfassung; berechnet wird die volle Länge. Endet eine Antwort kurz nach einem Werkzeugaufruf auf max_tokens, model_context_window_exceeded oder stop_sequence, kann der letzte Block eine Fortschrittsmeldung mit dem Text „This part of the response was interrupted before it finished." sein — zum Fortsetzen die Runde unverändert zurückgeben und eine neue Nutzernachricht mit tool_result je tool_use anhängen.

Bewahrung je Modell. Alle früheren Runden behalten: Opus ab 4.5, Sonnet ab 4.6, Haiku 5.5, alle Fable/Mythos. Nur die letzte Runde behalten: ältere Opus und Sonnet, alle Haiku bis 4.5 — die API streicht ältere Blöcke selbst. Behalten bringt Cache-Treffer in Werkzeugschleifen ohne Intelligenzverlust; der Preis ist Kontextplatz, weil behaltene Blöcke wie Verlauf zählen. Ändern mit clear_thinking_20251015 (Abschnitt 8). Beim Modellwechsel Blöcke unverändert mitsenden; selbst streichen nur zum Tokensparen auf Modellen, die ignorieren statt verwerfen — nie beim Einlösen eines Fallback-Guthabens, das den unveränderten Body verlangt.

Thinking und Prompt-Cache. Thinking-Konfiguration und aufgelöster Effort werden in den Prompt gerendert; jede Änderung (Modus, budget_tokens, Top-Level-Effort) startet den Cache neu — Nachrichten-Breakpoints treffen dann nie, Tool- und System-Breakpoints je nach Renderstelle. Explizit den Standardwert setzen ist gleich Weglassen. Thinking-Blöcke werden mit Werkzeugergebnissen gecacht, auch ohne cache_control, und zählen beim Lesen als Eingabetokens — Blöcke, die man nie wieder sieht, kosten beim Cache-Lesen trotzdem. Interleaved Thinking verstärkt Cache-Invalidierung. Thinking-lastige Aufgaben dauern oft länger als die 5-Minuten-Cache-Lebensdauer — die 1-Stunden-Variante erwägen.

Kontextfenster. max_tokens inklusive Thinking ist strikt. Ab den 4.5-Modellen akzeptiert die API Eingabe plus max_tokens über dem Fenster und stoppt dann mit stop_reason: "model_context_window_exceeded" statt Fehler. Auf Behalte-alles-Modellen das Fenster so budgetieren, als wäre Thinking normaler Verlauf.

Grenzen. Sampling-Parameter abseits des Standards liefern auf allen 4.7er- und 5er-Modellen immer 400; auf älteren nur bei aktivem Thinking (top_p 0,95 bis 1 erlaubt). Kein Prefill bei aktivem Thinking. Maximale Ausgabe: 128k auf allen aktuellen Modellen, 64k auf Haiku 4.5, Sonnet 4.5, Opus 4.5; die Batches API hebt das mit Header output-300k-2026-03-24 auf 300k für Opus 5, 4.8, 4.7, 4.6, Sonnet 5, Sonnet 4.6 — nicht für Fable/Mythos/Haiku. Die SDKs verlangen Streaming ab max_tokens über 21.333 (Client-Validierung gegen HTTP-Timeouts); wer Events nicht braucht, nimmt .stream() mit get_final_message(). Ab etwa 32k Thinking-Tokens je Anfrage Batch-Verarbeitung nehmen — sonst Timeouts und Verbindungslimits.

7 Mid-Conversation-System-Nachrichten und Werkzeugänderungen

Verfügbarkeit: Claude API, Bedrock, Google Cloud. Modelle: Fable 5.1, Mythos 5.1, Fable 5, Mythos 5, Opus 4.8, Opus 5. Kein Header für die Grundfunktion. Nicht auf Sonnet 5 — dort bleibt nur das Top-Level-system. Werkzeugänderungen (Beta, mid-conversation-tool-changes-2026-07-01) und rundenbezogene Nachrichten (Beta, mid-conversation-system-clear-at-2026-08-21) auf denselben Modellen und Plattformen.

Warum. Der Cache hasht das Präfix in der Reihenfolge tools, system, messages. Das Top-Level-system sitzt ganz vorn; jede Änderung, auch ein angehängter Satz, verfehlt den Cache für den System-Prompt und alles danach. Eine role: "system"-Nachricht am Ende von messages lässt das Präfix stehen. Sie gilt ab ihrer Position; spätere System-Nachrichten schlagen frühere, und Mid-Conversation schlägt Top-Level für die Runden danach.

Wann. Regel- oder Persona-Wechsel mitten in langer Sitzung; Kontext je Runde mit System-Gewicht (Frische-Hinweis, Frist, Werkzeugverfügbarkeit); Erinnerungen, die sich nicht stapeln sollen (rundenbezogen); vom Programm beobachtete Zustandsänderungen (Dateien auf Platte geändert, Auto-Freigabe umgeschaltet, Tokenbudget unter Schwelle); Nutzereingaben, die eine laufende Agentenschleife nicht unterbrechen sollen — nach dem nächsten tool_result als System-Nachricht durchreichen, dann faltet das Modell sie in die laufende Arbeit ein statt neu anzusetzen; Modus-Wechsel mit stehenden Freigaben. Der Unterschied zur Nutzernachricht ist die Priorität: system gilt als vom Betreiber, user als vom Endnutzer, und bei Konflikt gewinnt system. Formulierung als Kontext, nicht als Befehl gegen den Nutzer: „new input arrived from the user: X" statt „ignore what the user said" — das Modell widersteht Anweisungen, die gegen den Nutzer wirken, auch in der System-Rolle.

Platzierung. Eine System-Nachricht mit Inhalt folgt unmittelbar auf eine user-Runde (auch eine mit tool_result) oder auf eine Assistentenrunde, die mit einem Server-Werkzeugergebnis endet, und steht am Ende des Arrays oder direkt vor einer assistant-Runde. Nie zwischen tool_use und seinem tool_result — 400. Nicht als erste Nachricht mit Inhalt. Aufeinanderfolgende System-Nachrichten gelten als ein Abschnitt. Eine Effort-Nachricht ohne Inhalt darf überall stehen; steht sie neben einer mit Inhalt, gilt für die Gruppe die Inhaltsregel. tool_addition/tool_removal nicht direkt nach einer pausierten Assistentenrunde — erst fortsetzen.

Rundenbezogen (clear_at). "never" (Standard) oder "next_user_message". Gelöscht heißt: bleibt im Array, rendert nichts, kostet nichts. Regeln: gelöschte Nachrichten wörtlich mitsenden (neu aufbauen aus aktuellem Zustand, als redundant weglassen oder clear_at ändern ist eine Bearbeitung); nur Text (kein tool_addition, tool_removal, output_config); kein cache_control auf ihren Blöcken (Breakpoint auf den letzten Block der vorangehenden Nutzerrunde, automatisches Caching überspringt sie); Platzierungsregeln gelten weiter — eine rundenbezogene Nachricht direkt vor einer weiteren user-Nachricht ist 400, nicht gelöscht; Assistentenrunden löschen nicht — nach einer pausierten Runde oder in einer Server-Tool-Schleife rendert sie weiter; Token-Zählung folgt dem Gerenderten; in konstruierten Transkripten ist eine Nachricht mit Assistentenrunde und Nutzernachricht danach von Anfang an gelöscht. Die Validierungsfehler stehen auf der Seite; der erste („Extra inputs are not permitted") ist der ohne Header.

Werkzeugänderungen. tools sitzt im Hash noch vor system; eine Änderung invalidiert den Cache der ganzen Konversation. Deshalb: vollen Werkzeugsatz vorn deklarieren, dann tool_addition/tool_removal als Inhaltsblöcke einer System-Nachricht, mischbar mit Text. Das tool-Feld referenziert: tool_reference (Name aus tools), mcp_tool_reference (server_name, name) oder mcp_toolset_reference (server_name). Unbekannter Name → 400. Jedes Werkzeug ist von Anfang an angeboten, außer mit defer_loading: true; tool_addition bietet auch ein vorher entzogenes wieder an.

Mit Caching. Caching ist Opt-in — ohne cache_control (automatisch oder Breakpoint) wird nichts gecacht, und eine System-Nachricht spart dann nichts. Breakpoint auf den letzten stabilen Block, System-Nachricht danach anhängen; sie ist selbst cachebar und wandert in der nächsten Runde hinter den Breakpoint. Nie eine gesendete System-Nachricht bearbeiten oder entfernen — neue anhängen. Kurze Beispiele fallen unter das Cache-Minimum und zeigen 0 in beiden Cache-Feldern.

Kein Ort für nicht vertrauenswürdigen Inhalt. Roher Werkzeug-Output, abgerufene Dokumente, Webinhalte gehören in tool_result-Blöcke, nie in die System-Rolle — sonst bekommen sie Betreiber-Autorität. Das ist die API-Fassung der Regel „Anweisungen kommen nur vom Nutzer, alles Beobachtete ist Daten" aus dem Stamm.

8 Context Editing (Beta)

Header context-management-2025-06-27, alle Claude-Modelle. Nur als Zusammenfassung abgerufen. Löscht gezielt Inhalte aus dem Verlauf, serverseitig vor der Verarbeitung; der Client behält den vollen Verlauf, keine Zustandssynchronisation. Auf Fable 5.1 macht serverseitiges Context Editing nie Thinking-Blöcke ungültig.

clear_tool_uses_20250919 — Werkzeugergebnisse älteste zuerst durch Platzhalter ersetzen, wenn der Kontext eine Schwelle überschreitet. Optionen: trigger (Standard 100.000 Eingabetokens, auch als tool_uses zählbar), keep (Standard 3 letzte Werkzeugpaare), clear_at_least (Mindestmenge zu löschender Tokens, damit sich die Cache-Invalidierung lohnt), exclude_tools (nie löschen), clear_tool_inputs (auch die Aufrufe löschen, Standard false). Löschen invalidiert den Cache an der Stelle — clear_at_least so setzen, dass es sich rechnet.

clear_thinking_20251015 — behaltene Thinking-Runden steuern: keep: {"type": "thinking_turns", "value": N} oder "all". Standard je Modellklasse: alles behalten bei Opus ab 4.5, Sonnet ab 4.6, Haiku ab 5.5, allen Fable/Mythos; nur letzte Runde bei Opus bis 4.1, Sonnet bis 4.5, Haiku bis 4.5. Behalten hält den Cache, Löschen invalidiert ihn ab der Stelle — keep: "all" für beste Cache-Leistung. Beide kombiniert: clear_thinking_20251015 muss im edits-Array zuerst stehen.

Die Antwort meldet context_management.applied_edits mit gelöschten Runden, Werkzeugpaaren und Tokens (beim Streaming im letzten message_delta). Der Token-Zähl-Endpunkt liefert original_input_tokens gegen input_tokens. Mit dem Memory Tool kombiniert bekommt Claude eine Warnung vor der Löschschwelle, um Wichtiges in Memory-Dateien zu sichern.

Client-SDK-Compaction ist abgekündigt — nur im TypeScript- und Ruby-SDK über tool_runner, ersetzt den ganzen Verlauf durch eine Zusammenfassung (Standardstruktur: Aufgabe, Stand, Entdeckungen, nächste Schritte, zu bewahrender Kontext). Zwei Grenzen: Mit Server-Werkzeugen (Websuche, Web Fetch) zählt das SDK falsch, weil cache_read_input_tokens interne Aufrufe widerspiegelt, und löst zu früh aus; löst Compaction während einer offenen Werkzeugantwort aus, wird der Tool-Block vor der Zusammenfassung entfernt und Claude wiederholt den Aufruf. Anthropic empfiehlt serverseitige Compaction (Abschnitt 3).

Empfehlungen der Seite: lange Gespräche → serverseitige Compaction; agentische Abläufe → Tool-Result-Clearing mit ausreichendem clear_at_least; Extended Thinking → Thinking-Clearing mit keep: "all".

9 Ablehnungen und Fallback

Fable 5.1, Fable 5 und Opus 5 haben Sicherheitsklassifikatoren. Eine Ablehnung ist HTTP 200 mit stop_reason: "refusal" und einem stop_details-Objekt: category (Politikbereich), explanation (lesbar, nicht stabil — anzeigen, nicht parsen), recommended_model (nur mit fallbacks, wenn die API den Fallback übersprungen hat, etwa wegen Rate Limit; ein Hinweis, keine Garantie). category und explanation sind null, wenn die Ablehnung auf keine benannte Kategorie passt — ein normaler, dauerhafter Wert. stop_details ist bei jedem anderen Stop-Grund null.

category Bedeutung
cyber könnte Cyber-Schaden ermöglichen (Malware, Exploits); harmlose Sicherheitsarbeit kann auslösen
bio könnte biologischen Schaden ermöglichen; nützliche Lebenswissenschaft kann auslösen
frontier_llm könnte Entwicklung konkurrierender KI-Modelle unterstützen (kommerzielle Bedingungen); harmlose ML-Arbeit kann auslösen
reasoning_extraction verlangt die interne Gedankenkette im Antworttext; stattdessen adaptives Thinking nutzen
general_harms Nutzungsrichtlinie außerhalb der vier Kategorien; harmlose Arbeit kann auslösen

Eine Ablehnung kann vor jeder Ausgabe oder mitten im Stream kommen — Teilausgabe als unvollständig verwerfen. Abrechnung: vor jeder Ausgabe nicht berechnet (Tokens stehen in usage, werden nicht belastet, zählen aber gegen Rate Limits); mitten im Stream werden Eingabe und bereits gestreamte Ausgabe normal berechnet.

Drei Wege. Serverseitiger Fallback (Claude API, ein Aufruf); SDK-Middleware (jede Plattform, einmal am Client konfiguriert, sendet Fallback-Credit-Header selbst); manueller Retry mit Fallback-Guthaben. Nicht beides, Middleware und fallbacks, auf derselben Anfrage.

Serverseitig (Beta, server-side-fallback-2026-07-01). fallbacks: "default" nimmt Anthropics Empfehlung je Kategorie; für Kategorien ohne Empfehlung bleibt die Ablehnung. Oder bis zu drei eigene Modelle als Liste, in Reihenfolge, je aus den allowed_fallback_models des Modells (Models API, mit Header), je mit eigenem max_tokens, thinking, output_config, speed; die Anfrage muss für jedes genannte Modell gültig sein. Nicht auf Batches, Bedrock, Google Cloud, Foundry. Nur eine Klassifikator-Ablehnung löst Fallback aus — Rate Limit, Überlast, Serverfehler kommen unverändert zurück. Ist das Fallback-Modell selbst rate-limitiert, unterbleibt der Versuch und die Ablehnung kommt mit recommended_model — Fallback-Limits für das erwartete Ablehnungsvolumen dimensionieren. Der Header muss genau 2026-07-01 (beide Formen) oder 2026-06-01 (nur Liste) tragen.

Die Antwort nennt im Top-Level model das antwortende Modell, ein fallback-Inhaltsblock markiert die Übergabe (from.model, to.model), usage.iterations verzeichnet jeden Versuch — Ablehner als message, Antwortender als fallback_message. Abrechnung je Versuch, der Ausgabe erzeugt hat, zum Preis des jeweiligen Modells; Top-Level-usage beschreibt nur den zurückgegebenen Versuch, Tokens verschiedener Modelle werden nie summiert. Jeder Versuch zählt gegen die Rate Limits seines Modells.

Weiterführen des Gesprächs. Den fallback-Block genau an seiner Stelle lassen — die API prüft daran die Thinking-Blöcke beiderseits. thinking, redacted_thinking, connector_text und Client-tool_use vor dem letzten fallback-Block weglassen; server_tool_use behalten, wenn mit Ergebnis gepaart. Streaming: bei Ablehnung vor Ausgabe nennt message_start das Fallback-Modell, die Zeit bis zum ersten Byte enthält den abgelehnten Versuch; bei Ablehnung mitten in der Ausgabe setzt das Fallback-Modell auf den Text-Blöcken der Teilausgabe fort, message_start nannte noch das angeforderte Modell — antwortendes Modell aus to.model und dem letzten message_delta lesen. Nicht-streamend wird die Teilausgabe verworfen und das Fallback-Modell antwortet neu. Abgeschlossene Server-Werkzeugarbeit blockiert den Fallback nicht; einzige Ausnahme ist eine Stream-Ablehnung bei offenem Tool-Use-Block — die kommt direkt zurück.

Sticky Routing. Nach einem Fallback merkt sich die API (etwa eine Stunde, je Organisation, als Hash des Präfixes plus Modell, ohne Inhalt) das antwortende Modell und schickt spätere Anfragen mit fallbacks direkt dorthin — ohne fallback-Block, erkennbar am fallback_message-Eintrag und fehlendem message-Eintrag für das angeforderte Modell. Best-effort: der Code muss damit rechnen, dass das angeforderte Modell jederzeit wieder versucht wird.

SDK-Middleware. BetaRefusalFallbackMiddleware mit Modellliste am Client, ein BetaFallbackState je Gespräch teilen — hält Folgeanfragen beim akzeptierenden Modell. Geht die Liste durch, kommt die letzte Ablehnung zurück, kein Fehler. Thinking-Blöcke gehen unverändert durch; die Middleware entfernt später nur die eigenen fallback-Grenzblöcke.

Selbst gebaut. Ablehnung erkennen, gleiche Anfrage mit anderem Modell senden, im Gespräch beim Fallback-Modell bleiben. Ohne Guthaben darf man alte Thinking-Blöcke streichen (das Fallback-Modell kann sie ohnehin nicht nutzen); mit Guthaben muss der Body unverändert bleiben. Ein manueller Retry schreibt den Cache des Fallback-Modells neu — das Fallback-Guthaben erstattet das. Seite „Fallback credit" nicht abgerufen.

Batches. Ablehnung als result.type: "succeeded" mit stop_reason: "refusal", kein Guthaben. fallbacks in einem Batch-Element ergibt ein Fehlerergebnis. Abgelehnte Elemente sammeln, Fable-Thinking-Blöcke streichen, neu einreichen.

Sieben Fallstricke der Seite, alle für eigene Harnesses relevant: auf ein anderes Modell wiederholen, nicht dasselbe; Retries je Anfrage budgetieren, nicht je Runde (ein Agent plus Subagenten kann mehrere Ablehnungen je Runde erzeugen); Fallback auf jedem Anfragepfad konfigurieren, auch in Fehlerbehandlung und Hintergrundarbeitern; Subagenten-Aufrufe brauchen eigenen Fallback — fallbacks vererbt sich nicht in Modellaufrufe innerhalb einer Werkzeugausführung; Fallback als Eigenschaft der Anfrage, nicht als globales Flag; Ablehnungen als eigenes Signal messen — sie sind HTTP 200, Monitoring auf Fehlerraten sieht sie nie (ein Event je Ablehnung, eines je Fallback-Antwort, auf die Lücke alarmieren); auf stop_reason oder stop_details.type verzweigen, nie auf content oder die inneren Felder, die null sein können.

Für den Vault ist das die API-Fassung der Regel aus AI/Regelwerk/sonnet-5 B4: Ablehnung erkennen, nicht umformulieren, melden. Die Kategorie reasoning_extraction ist die einzige, die ein Prompt-Fehler unsererseits sein kann.

Wohin die Punkte im Regelwerk zeigen

Regelwerk-Datei Verweist auf Abschnitt
[[CLAUDE Claude.md]] (Stamm, Regelwerk-Liste)
[[AI/Regelwerk/fable-5-1 fable-5-1.md]] Abschnitte 1, 4, 9, 14 und Teil B/C
[[AI/Regelwerk/opus-5 opus-5.md]] Teil B/C
[[AI/Regelwerk/sonnet-5 sonnet-5.md]] Abschnitt 2

Referenzen